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Katzen würden .... kaufen!

Immer wieder werde ich in meiner Praxis von Katzenbesitzern gefragt:
Wie füttere ich meine Katze denn nun eigentlich richtig?

Das ist an sich eine sehr einfach zu beantwortende Frage, jedoch in der Umsetzung doch wieder etwas komplizierter!

Deshalb fange ich jetzt einfach mal von vorne an:
Die Katze ist fast zu 100% ein reiner Fleischfresser, ein so genannter Karnivore - und sie ist spezialisiert auf Mäuse. Klar, auch Vögel oder andere kleine Tierchen stehen gerne mal auf dem Speiseplan. Aber ansonsten frisst die Katze seit jeher Mäuse, was ja ursprünglich auch dazu geführt hat, dass der Mensch sie gerne um Haus und Hof hat. Da die Katze nun seit vielen tausend Jahren Mäuse frisst, haben sich auch ihre Verdauung und ihr Stoffwechsel sehr stark daran angepasst.

Eine Maus setzt sich ungefähr zusammen aus

  • 15% Proteinen, also Muskeln und Innereien
  • 13% Fett
  • 5% Rohasche, also Mineralien, wie Calcium, Phosphor, Natrium etc.
  • 2% Rohfaser, also Kohlenhydrate
  • 65% Wasser

Und so sollte prinzipiell die Ernährung der Katze aussehen!

D. h. wenn die Katze ein Freigänger ist und genügend Mäuse oder anderes Getier findet, dann ist sie auch gut ernährt. Nur in den meisten Gegenden finden sich nicht mehr genug Mäuse und außerdem haben wir ja auch viele Wohnungskatzen. Und um ehrlich zu sein - freilaufende Mäuse in der Wohnung will ja auch niemand haben, nur damit die Katze perfekt ernährt ist…

Wir müssten also versuchen, die Zusammensetzung der Maus „nachzubauen“.  Dies können wir z. B. tun, in dem wir „BARFEN“  - was so viel heißt, wie die Katze mit rohem Fleisch, Innereien und Knochen zu versorgen. Dies ist in den Augen vieler Katzenbesitzer und Fütterungsexperten grundsätzlich die beste Methode. Und auch ich denke, dass eine Katze so am gesündesten ernährt werden kann. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Besitzer sich mit dem Thema beschäftigt und auch ein bisschen Zeit dafür investiert. Denn nur mit dem täglichen Schnitzel im Futternapf ist es natürlich nicht getan. Der eine oder andere Zusatz muss auch noch mit ins Futter und auch die Auswahl an Fleisch und Innereien sollte wohl überlegt sein.

Nachdem ich dies also meinen Katzenbesitzern erklärt habe, kommt die nächste Frage: Und was ist mit Fertigfutter?

Grundsätzlich steht uns ja eine riesige Auswahl an fertigem Katzenfutter zur Verfügung: im Discounter an der Ecke, im Baumarkt, im Zoofachgeschäft und natürlich noch mehr in zahlreichen Internet-Shops.
Es gibt Nassfutter, abgepackt in Dosen, Aluschälchen, Beutelchen und Gläsern sowie die verschiedensten Varianten an Trockenfutter mit tollen Werbeversprechen. Die Preise reichen von spottbillig bis astronomisch teuer.

Aber was nehme ich denn nun?
Ist teuer gleich gut?
Kann ich den tollen Versprechen auf der Packung glauben?

Fangen wir mal mit dem Nassfutter an:
Bei Fertigfutter ist es wichtig, die Nährwert-Angaben und die Zutatenliste auf der Verpackung zu lesen und verstehen zu können. In der Zutatenliste sollte möglichst ausführlich stehen, was drin ist. Angaben wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, davon mindestens 4% xy“ sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass vermutlich nur minderwertiger Abfall in der Dose ist und dass man am besten die Finger davon lassen sollte. Genauso wie das Auffinden von Bestandteilen wie z. B. Zucker, Karamell, Glucosesirup, Dextrose – das ist alles Zucker! Und Zucker hat im Katzenfutter nichts zu suchen. Kriterien für „gutes“ Nassfutter sind: ein hoher Fleischanteil, eine möglichst genaue Deklaration der Inhaltsstoffe, kein Getreide oder sonstige größere Kohlenhydratquellen und eben kein Zucker.

Und Trockenfutter? Tja, hier muss ich leider sagen, dass das meines Erachtens nichts im Futternapf der Katze zu suchen hat. Davon abgesehen, dass es meistens sehr viel Getreide beinhaltet, hat es durch die Trocknung auch nur sehr wenig Feuchtegehalt. Unsere Katze ist ein Wüstentier, der kaum Wasserquellen zur Verfügung standen. Sie hat also einen Großteil der benötigten Flüssigkeit über die Nahrung aufgenommen. Deshalb trinken Katzen von Haus aus relativ wenig. Wenn sie Trockenfutter bekommen, gehen sie zwar meist schon öfter mal zum Wassernapf, nehmen aber trotzdem zu wenig Wasser auf um den Wasserentzug durch das im Verdauungstrakt quellende Trockenfutter ausgleichen zu können. Weitere Nachteile sind die zugesetzten Konservierungsmittel sowie der häufige Futtermilben-Befall.

Und nun zur dritten Frage:
Meine Katze frisst aber nur Trockenfutter oder das billige „Tütchen-Futter“ vom Aldi – wie kann ich sie umgewöhnen?

Tja, das ist dann zugegebenermaßen die schwierigste Frage!

Wie viele von uns wissen sind Katzen häufig sehr wählerisch, was den Inhalt des Futternapfs angeht. Sie fressen grundsätzlich nur eine Sorte oder wollen jeden Tag was anderes. Fressen nur Trockenfutter oder gleich nur irgendwelche Leckerlies. Wenn wir dann auf höherwertiges Futter oder gar auf Fleisch umstellen wollen, dann treten sie komplett in den Hungerstreik. Nerven den ganzen Tag rum, weil sie wieder ihr „altes“ Futter wollen oder wandern aus zum Nachbarn, wo es dann doch wieder irgendwelches Supermarkt- oder gar Trockenfutter gibt.

Ja, ich weiß, es ist schwierig! Ganz klar, eine Futterumgewöhnung kann unter Umständen Wochen und sogar Monate dauern!

Trotzdem finde ich, dass wir es mit viel Geduld und Konsequenz schaffen können, auch die mäkeligste Katze umzustellen. Danken wird es uns die Katze selber zwar nie, aber ich bin mir sicher, dass es sehr zu einem gesunden Katzenleben beitragen wird.

Auf meiner Website findet ihr noch weitere Infos zum Thema sowie Tipps und Tricks zur Umstellung!

Falls Fragen zur Umstellung auftauchen oder Beratungsbedarf besteht, helfe ich natürlich gerne weiter!